Besoldungsanpassung: Keine
Abschlagszahlungen
Der Finanzausschuss des Landtages hat in
seiner Sitzung am 13. Juli 2011 Abschlagszahlungen im Vorgriff auf die
im Entwurf des Landesbesoldungs- und Versorgungsanpassungsgesetzes 2011/2012 vorgesehenen
Besoldungsanpassungen abgelehnt. Auch ein Kompromissvorschlag der
LINKEN, die Tarifsteigerung vorab zu leisten und Fragen der
Einmalzahlung bis zur Klärung zurückzustellen, scheiterte.
Koalitionsfraktionen und GRÜNE sind der Auffassung, dass eine zügige
Beratung und Beschlussfassung des Gesetzentwurfes bereits im September
erfolgen könnte. dbb Landesvize und Chef der Deutschen
Polizeigewerkschaft, Wolfgang Ladebeck, ist enttäuscht über die
Entscheidung des Finanzausschusses: „Meine Kolleginnen und Kollegen sind
sauer, dass das Gesetzgebungsverfahren so lange dauert und die
Tarifsteigerungen erst Monate später bei ihnen im Portemonnaie ankommen,
während die Tarifangestellten das Geld womöglich schon ausgegeben
haben.“
Der dbb sachsen-anhalt hat in einem Schreiben an den
Finanzausschuss des Landtages für den Vorschlag von Finanzminister Jens
Bullerjahn (SPD) geworben, im Vorgriff auf die im Gesetzentwurf
vorgesehenen Besoldungsanpassungen Abschlagszahlungen zu leisten und die
linear um 1,5 Prozent erhöhten Bezüge, beginnend ab September 2011 zu
gewähren und die Differenzbeträge ab 1. April 2011 sowie die
Einmalzahlung in Höhe von 360 Euro zu zahlen.
Gerade weil die Besoldungsanpassung voraussichtlich
erst nach der Sommerpause, frühestens im September, vom Landtag
beschlossen und die Verkündung des Gesetzes erst spät im vierten Quartal
2011 erfolgen wird, hat Finanzminister Jens Bullerjahn den
Finanzausschuss um Zustimmung zu einer Abschlagszahlungsverfügung
gebeten. „Nachdem sogar Herr Bullerjahn unserem Wunsch nach
Abschlagszahlungen gefolgt war, haben wir mit einem positiven Votum von
den Koalitionsfraktionen im Finanzausschuss gerechnet. Wir sind bitter
enttäuscht“, sagte Ladebeck. Der dbb Vize vermutet, dass die
Parlamentarier eine Vorabzahlung auch wegen des Zinsgewinns abgelehnt
haben.
Der dbb erwartet, dass der Finanzausschuss jetzt
zügig berät und am 31. August 2011 eine Beschlussempfehlung vorlegt,
damit das Besoldungs- und -versorgungsanpassungsgesetz in der ersten
Sitzung nach der parlamentarischen Sommerpause am 8./9. September im
Parlament beschlossen werden kann.
Quelle: http://www.sachsen-anhalt.dbb.de/